"Europäischen Markt erobern"
Wenn die Nachfrage nach LED-Lampen weiter steigt, will Stuhrer im Nordkreis eine Fabrik bauen
04.04.2009 · STUHR/WEYHE (sie) Eine Produktionsstätte für LED-(Straßen-)Lampen möchte der Unternehmer Hans Chang in seinem Heimatort Stuhr oder in der Nachbargemeinde Weyhe in den kommenden drei bis fünf Jahren errichten, wenn die Nachfrage weiter steigt. Das kündigte er gestern bei einem Gespräch im Stuhrer Umweltzentrum an. "Ich schätze, dass dann mindestens 20 Arbeitsplätze geschaffen werden."
"Der Geschäftsführer der Firma "A Top Handels & Vertriebs GmbH" ist deutscher Generalvertreter des taiwanesischen Unternehmens "Neo Bulb Lighting", das mit der innovativen Technik unter anderem das Olympia-Stadion in Peking und Hotels in Las Vegas beleuchtet.
Derzeit läuft ein Pilotprojekt zusammen mit dem Energieversorger E.ON-Avacon und der Gemeinde Stuhr: Der ZOB und mehrere Straßenzüge in Brinkum werden abends bereits mit LED-Lampen ausgeleuchtet. Bereits jetzt zieht der Stromversorger ein positives Fazit, weil Energie eingespart werde, bestätigte gestern E.ON-Avacon Sprecherin Christina Schulz auf Anfrage. "Konkrete Ergebnisse liegen aber noch nicht vor."
Bürgermeister Cord Bockhop setzt auf die innovative Technik. So wurden im September die neueren Natriumdampf-Hochdrucklampen (NAV) gegen Hightech-Lampen auf LED-Basis ausgetauscht. Bernd Brinkmann, Projektleiter des Energieversorgers, der offen für neue Technologien ist, hatte beim Projektstart die Vorteile der neuen Technik aufgezählt: "Die Lampen sollen eine Lebensdauer von 25 Jahren haben, während die anderen, herkömmlichen 4525 Lampen in Stuhr alle sechs Jahre ausgetauscht werden müssen." Der Stuhrer Unternehmer geht davon aus, dass in der Europäischen Union derzeit rund drei Millionen Leuchtmittel von Straßenlaternen ausgetauscht werden müssen, weil sie entweder nicht mehr funktionieren oder zu viel Strom schlucken. Hans Chang: "Der Bedarf ist da. Es gilt, Überzeugungsarbeit zu leisten." Chang: "40 Watt LED-Lampen ersetzen eine herkömmliche 70 Watt-Straßenlampe. 60 Watt-LED hat die gleiche Helligkeit wie 100 Watt. Gleiches gilt für ein 120 Watt-LED-Licht gegen eine 250 Watt-Straßenlampe." Die Strom-Ersparnis liege bei 50 Prozent, sagt Chang. Der Austausch der Lampen würde sich innerhalb von drei bis vier Jahren rechnen. Georg Gerdes vom Umweltzentrum sieht "große Einsparpotenziale". Von Deutschland aus möchte Chang die Märkte der angrenzenden Staaten erobern. Sein Unternehmen sei darauf eingestellt, sofort in größeren Mengen zu produzieren. Die Leasingbank Taiwan würde das notwendige Geld zur Verfügung stellen. Da die herkömmliche Glühbirne europaweit schrittweise abgeschafft wird und die Energiesparlampen Quecksilber enthalten, sei der Einsatz von LED-Lampen überlegenswert, unterstreicht Georg Gerdes die Bedeutung der neuen Technik im privaten und gewerblichen Einsatz. Chang: "Ein Fünf-Watt-Hightech-LED-Licht kann eine 50-Watt- Glühlampe ersetzen und den Stromverbrauch auf ein Zehntel reduzieren." Da die Lebensdauer einer LED-Lampe zwischen 30000 und 50000 Stunden (Glühlampe: 3000) liegt, seien im privaten Einsatz Einsparpotenziale vorhanden.
Quelle: Mediengruppe Kreiszeitung Stuhr